Montag, 18.06.2018

Was Sie über Ihren Kiez vielleicht noch nicht wussten?

Auszüge vom 1. Erzählcafé „Wir in Marienfelde“ – Zeitzeugen berichten über die Entstehung des Kiezes (10.06.2018)

Alle Termine finden Sie noch einmal hier.

Im Fokus des ersten Erzählcafés "Wir in Marienfelde" stand die Entwicklung des Kiezes rund um die Waldsassener Straße. Die drei geladenen Zeitzeugen schilderten geschichtliche Fakten und persönliche Eindrücke und auch die etwa 25 Teilnehmer/innen hatten die eine oder andere Ergänzung und Anmerkung beizutragen.

Die Veranstaltung im Alten Waschhaus war ein gelungener Auftakt der neuen Erzählcafé-Reihe und wir freuen uns schon auf den nächsten Termin am Sonntag den 26. August um 14:30 Uhr im Dorothee-Sölle-Haus. Im Mittelpunkt des nächsten Erzählcafés steht dann das Selbstverständnis der Frauen im Kiez - damals und heute.

Für alle die am 10. Juni nicht dabei sein konnten, haben wir eine Auswahl an geschichtlichen Aspekten zur Entstehung des Kiezes zusammengestellt, von denen Sie vielleicht noch nichts wussten:

  • Marienfelde war einmal ein Dorf außerhalb Berlins. „In die Stadt“ zu fahren bedeutete früher, mit dem Oberleitungsbus 32 nach Steglitz zu fahren.
  • Das Grundstück der Star-Tankstelle an der Hildburghauser Straße 7 war bis Anfang der 60er Jahre Teil eines Gartenbaubetriebs, umgeben von Grünflächen.
  • Der Kruseweg hieß früher „Straße 101“ und war, wie viele andere Straßen auch, ein einfacher Sandweg im Besitz einer Baumschule.
  • Die Bewohner des Krusewegs hatten Anfang der 60er Jahre noch freie Sicht bis zum Ahrensdorfer Weg, wo ein Wachturm der DDR stand. Man hat sich gegenseitig mit dem Fernglas beobachten können, bis schließlich weitere Häuser gebaut wurden, die den Blick verstellten.
  • Der Kruseweg gehörte zum sogenannten „Zickenkiez“. Der Name kam zustande, weil dort Kleinvieh gehalten wurde.
  • Was war eigentlich „Das nasse Dreieck“? Für die Jugendlichen das Gebiet, das bei starken Regenfällen überschwemmte, für die Erwachsenen das gleiche Gebiet, auf dem 3 Lokale (Alter Krug, Gaststätte Mannz, Lindengarten) dicht beieinander standen.
  • Marienfelde hatte auch mal ein Kino. „Die Monopol-Lichtspiele“ existierten von 1951 bis 1961 in der Marienfelder Allee 144. Heute stehen dort Wohnhäuser.
  • 1968 errichtete die evangelische Kirche im neu gebauten Marienfelde direkt auf dem Erdboden einen Behelfsbau mit hochklappbaren Seitenwänden als erstes Gemeindehaus. 1983 brannte das Haus zum Dorfkirchenfest ab und das Dorothee-Sölle-Haus wurde an Ort und Stelle gebaut.
  • Marienfelde sollte in den 60er/70er Jahren an das U-Bahnnetz angeschlossen werden. Zwischen den Häusern an der Hildburghauser Straße 31 und 33 sollte die Station gebaut werden.